Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 2321

"Stilbruch" erinnert an Günter Grass : Nachruf aus Berlin

Wolske, Birgit

Starke Reaktionen in Berlin auf den Tod von Günter Grass; Grass hat vier Jahrzehnte in Berlin gewohnt, die längste Zeit in der Niedstraße in Friedenau; Weggefährten erinnern sich; dazu Einspieler von öffentlichen Auftritten und Lesungen, teilweise historisches Material (ca. 1960er Jahre); Jürgen Flimm (Intendant Staatsoper Berlin): beschreibt Grass als kraftvollen und empathischen Menschen; Grass sei sehr „zärtlich“ und ein großer Tänzer gewesen; manchmal habe Grass auch „gut trinken“ können; Egon Bahr: zum politschen Engagement von Günter Grass; Grass sei ein „entschiedener Mensch“ gewesen, ein Demokrat und Deutscher der „an seinem Land gelitten“ habe; Jürgen Flimm: Einladungen zu privaten Lesungen bei Grass; Ingo Schulze: erinnert an das zehnte Autorentreffen, welches Grass ein großes Anliegen gewesen sei; bei dem Treffen habe Grass die anderen Texte gelobt, Kritik sei eher in Form von Fragen geäußert worde Egon Bahr: Grass habe danach gelebt, zu sich selbst und seinen Überzeugungen zu stehen; Jürgen Flimm: Grass hinterlasse eine Leere.


Urtitel:
Stilbruch 16.04.2015. Erinnerungen an Günter Grass
Anfang/Ende:
Die Nachricht vom…Fabebook- und Internetseite.
Genre/Inhalt:
Biographie
Historischer Kontext:

Todestag von Günter Grass. Historischer Kontext: Grass lebte von 1963 bis 1996 in der Niedstraße 13 in Friedenau; ergänzend dazu: http://www.tagesspiegel.de/kultur/bei-grass-zu-hause-in-friedenau-zwischen-blech-und-waeschetrommel/1069290.html Das „Lübecker Literaturtreffen“ (auch: Lübeck 05, Gruppe 05, Gruppe Lübeck 05) ist der von Günter Grass bestimmte Titel eines am 5. Dezember 2005 gegründeten deutschen Autorenzirkels. Die zunächst in Anlehnung an die Gruppe 47 „Lübeck 05“ titulierte Vereinigung setzt sich aus bekannten deutschsprachigen Schriftstellern zusammen. Ziel ist es laut Grass, das „Bedürfnis nach politischer Einmischung“ in der jüngeren Schriftstellergeneration wachzuhalten, und ihrer regionalen „Verstreuung“ über das Land hinweg entgegenzuwirken. Im Gegensatz zur Gruppe 47 können am Zirkel Lübeck 05 keine Literaturkritiker teilnehmen. Bei den Mitgliedern – Thomas Brussig, Michael Kumpfmüller, Katja Lange-Müller, Benjamin Lebert, Eva Menasse, Matthias Politycki, Tilman Spengler und Burkhard Spinnen – handelt es sich überwiegend um Schriftsteller, die sich vor der Bundestagswahl 2005 deutlich für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition ausgesprochen hatten. Neben der Diskussion laufender schriftstellerischer Projekte im Sinne eines Werkstattgesprächs sollte auch die politische Situation erörtert werden. Nach einem ersten Treffen im Lübecker Günter-Grass-Haus am 5. Dezember 2005 fand am 6. Dezember eine erste gemeinsame Lesung im Buddenbrookhaus statt, wobei Thomas Brussig und Burkhard Spinnen wegen Krankheit abgesagt hatten. In ihren ersten programmatischen Äußerungen betonte die Gruppe, die sich selbst als „Zusammenrottung“ versteht, vor allem ihren experimentellen Charakter. Auf einen expliziten Schulterschluss mit der Gruppe 47 wird verzichtet, es gibt auch kein gemeinsames Manifest. Der überwiegende Teil der Arbeit, besonders die Besprechung unveröffentlichter Manuskripte, soll nichtöffentlich stattfinden. Auch soll der professionellen Kulturkritik der Feuilletons kein besonderer Raum zugestanden werden (Grass: „Wir sind das Primäre, die Kritiker das Sekundäre“). Die Gruppe will sich fortan jährlich treffen. Neue Mitglieder sind zulässig. 2015 findet das Lübecker Literaturtreffen zum zehnten Mal statt. Zu den regelmäßigen Teilnehmern zählen inzwischen auch die Schriftsteller Dagmar Leupold, Feridun Zaimoglu, Norbert Niemann, Fridolin Schley, Ingo Schulze und Sherko Fatah. Wenige Wochen nach dem Jubiläumstreffen stirbt Günter Grass. Am 22.-24. Januar 2016 findet das Treffen, zu dem als Gastautoren Nora Bossong, Lena Gorelik, Christiane Neudecker und Karen Köhler geladen sind, erstmals ohne ihn statt.[1] Ursprünglich vorausgegangen war dem Projekt der Versuch Grass’, an die Strukturen der ehemaligen Gruppe 47 wiederanzuknüpfen: Im April 2005 war er erstmals nach 38 Jahren seit dem Zerbrechen der Vereinigung wieder mit Hans Magnus Enzensberger und Peter Rühmkorf aus Anlass einer gemeinsamen Lesung zusammengekommen. Das Lübecker Literaturtreffen wird von der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck unterstützt. Zum letzten Lübecker Schriftstellertreffen mit Günter Grass 2015 bzw. zum ersten Treffen nach dem Tod von Grass vgl.: http://www.sueddeutsche.de/news/kultur/literatur-erstes-luebecker-autorentreffen-nach-dem-tod-von-grass-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-160110-99-824545

Aufnahme:

Datum Erstsendung:
16.04.2015
Aufnahmeort:
Diverse
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
MPEG 4
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB)
Sender / Institution:
ARD
Sendereihe:
Kontraste - Stilbruch
Teilnehmende:

Person:
Flimm, JürgenGND (Mitwirkende(r))
Person:
Bahr, EgonGND (Mitwirkende(r))
Person:
Schulze, IngoGND (Mitwirkende(r))
Person:
Wolske, Birgit (Autor(in))
Anmerkung:
Enthält umfangreiches Zuspielmaterial und Musik. S.a. http://www.ardmediathek.de/tv/Stilbruch/Erinnerungen-an-G%C3%BCnter-Grass/rbb-Fernsehen/Video?documentId=27736076&bcastId=3914800

Zitieren

Zitierform:

Wolske, Birgit: Stilbruch 16.04.2015. Erinnerungen an Günter Grass. Diverse .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export