Günter Grass Wahlrede
Bundestagswahl 1965
Kontext:Willy Brandt ist 1965 Spitzenkandidat der SPD für das Kanzleramt. Günter Grass und zahlreiche weitere Prominente engagieren sich für Brandt. Grass befindet sich monatelang auf Wahlreise und hält zahlreiche Reden, um unentschlossene Wählerinnen und Wähler von Brandt zu überzeugen.
Später hält Grass auch im Rahmen der Sozialdemokratischen Wählerinitiative (SWI) Reden für Brandt.
Abstract:Günter Grass will eine Wahlrede zugunsten der SPD vor der Bundestagswahl im Herbst halten. Er betont, dass er seinen Besuch mit Neugier und Freude antritt. Vor Ort befindet sich eine aufgebrachte Menschenmenge, die offenbar gegen Grass’ Besuch protestiert. Grass wird als „Schwein“ beschimpft, und sein Besuch sei eine Schande für das „Land der Dichter und Denker“.
Vor seiner Rede wird Grass unter tosendem Applaus begrüßt. Zugleich sind einzelne Personen zu hören, die ihn ausbuhen.
Die Rede ist insgesamt sarkastisch und scharf im Wortlaut. Grass erklärt, dass Bundeskanzler Ludwig Erhard seinen Kollegen Rolf Hochhuth kürzlich einen „kleinen Pinscher“ genannt habe. Grass meint, er halte sich mit Hochhuth solidarisch und werde daher eine „Pinscher-Rede“ halten.
Grass nimmt Stellung zu dem Vorwurf, dass er sich als Schriftsteller in die Politik „einmische“, was dort offenbar wenig willkommen sei. Zugleich lobt er die Demokratie als heiliges Gut, das teuer erkauft worden sei.
Später erklärt Grass, er hoffe, weitere Schriftsteller wie zum Beispiel Heinrich Böll und Hans Magnus Enzensberger würden sich ebenfalls politisch beteiligen. Grass begründet sein politisches Engagement damit, dass er aus der jüngsten deutschen Geschichte gelernt habe. Dabei bedauert er vor allem das Verhalten der Intellektuellen in der Weimarer Republik und nimmt dieses als warnendes Beispiel wahr.
Günter Grass will eine Wahlrede zugunsten der SPD vor der Bundestagswahl im Herbst halten. Er betont, dass er seinen Besuch mit Neugier und Freude antritt. Vor Ort befindet sich eine aufgebrachte Menschenmenge, die offenbar gegen Grass’ Besuch protestiert. Grass wird als „Schwein“ beschimpft, und sein Besuch sei eine Schande für das „Land der Dichter und Denker“.
Vor seiner Rede wird Grass unter tosendem Applaus begrüßt. Zugleich sind einzelne Personen zu hören, die ihn ausbuhen.
Die Rede ist insgesamt sarkastisch und scharf im Wortlaut. Grass erklärt, dass Bundeskanzler Ludwig Erhard seinen Kollegen Rolf Hochhuth kürzlich einen „kleinen Pinscher“ genannt habe. Grass meint, er halte sich mit Hochhuth solidarisch und werde daher eine „Pinscher-Rede“ halten.
Grass nimmt Stellung zu dem Vorwurf, dass er sich als Schriftsteller in die Politik „einmische“, was dort offenbar wenig willkommen sei. Zugleich lobt er die Demokratie als heiliges Gut, das teuer erkauft worden sei.
Später erklärt Grass, er hoffe, weitere Schriftsteller wie zum Beispiel Heinrich Böll und Hans Magnus Enzensberger würden sich ebenfalls politisch beteiligen. Grass begründet sein politisches Engagement damit, dass er aus der jüngsten deutschen Geschichte gelernt habe. Dabei bedauert er vor allem das Verhalten der Intellektuellen in der Weimarer Republik und nimmt dieses als warnendes Beispiel wahr.